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Gibt es etwas, das Sie schon immer über Sprache wissen wollten? Vielleicht haben wir die Antwort! Forscher vom Max Planck Institut für Psycholinguistik beantworten hier Fragen über Sprache von Menschen, die selber keine Sprachforscher sind. Falls Sie auch eine Frage über Sprache haben, schicken Sie sie uns hier! MPI Forscher schreiben regelmäβig Antworten auf die uns zugesendeten Fragen und machen diese über die hiesige webpage einsehbar. Besuchen Sie uns wieder, um durch zukünftige Fragen und Antworten mehr über Sprache zu lernen.

Gibt es eine schnelle Methode, um meinen englischen Wortschatz zu erweitern?

Es ist nicht einfach, eine neue Sprache zu lernen, insbesondere weil man sich so viel Neues eingeprägen muss. Eine beste Methode, die auf jeden zutrifft, existiert wahrscheinlich nicht, aber mithilfe einiger Strategien kann Auswendiglernen effizienter gestaltet werden.

Um einen Wortschatz in einer neuen Sprache aufzubauen, wird häufig die konventionellste Art des Lernens gewählt: Ein Wort dieser neuen Sprache wird in die Muttersprache übersetzt und sich somit gemerkt. Das funktioniert sehr gut, wenn beide Sprachen einander ähneln, wie z.B. Niederländisch und Deutsch. Um allerdings Sprachen zu lernen, die sich vom Deutschen sehr unterscheiden (wie z.B. Chinesisch) ist diese Methode zu indirekt. Eine effizientere Art hierfür ist es, diesen Zwischenschritt wegzulassen: Das neue Wort wird nicht erst in die eigene Sprache übersetzt, sondern direkt mit den Objekten oder Aktionen, das es ausdrückt, verknüpft. Menschen, die fließend eine zweite Sprache sprechen, kommen häufig sogar in die Situation, in der sie Worte benutzen, die es in ihrer Muttersprache noch nicht einmal gibt. Das verdeutlicht, dass es manchmal überhaupt nicht möglich ist, Worte auf konventionelle Art und Weise zu lernen, sondern diese vielmehr aus dem Kontext der neuen Sprache erworben wurden.

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Um frühzeitig auf den Zwischenschritt des Übersetzens verzichten zu können, ist es hilfreich, sich bildlich vorzustellen, in welchem Kontext ein Wort benutzt wird. Auf diese Weise koppeln wir das neue Wort an ein Bild und imitieren damit die Art, wie Kinder eine Sprache lernen. Ein weiterer Weg, um seinen Wortschatz schneller aufzubauen, ist es, Gruppen von Worten zu erstellen, die miteinander verwandt sind und diese dann zusammen zu üben. Zum Beispiel kann man auf dem Weg zur Arbeit, alles benennen, das mit Verkehr und Transport zu tun hat oder beim Abendessen alles, das auf dem Tisch steht. Der Trick besteht darin, der neuen Sprache direkt eine Bedeutung zu verleihen anstatt sie durch etwas Vertrautes wie der Muttersprache zu verstehen. Ist man beim Lernen fortgeschritten, kann man dann auf der Suche nach Wortbedeutungen ein Wörterbuch benutzen, das die Wörter nicht in die Muttersprache übersetzt, sondern in der neuen Sprache beschreibt (z.B. das Oxford Advanced Learner's Dictionary für das Englische).

Es gibt eine Methode, die im Englischen "Spaced Learning" genannt wird . Dabei wird neues Wissen (beim Sprachenlernen also neue Wörter) in einem ersten Block eingeführt, in einem zweiten Block wiederholt und schließlich in einem dritten Block überprüft. Zwischen den Blöcken, wird jeweils 10 Minuten Pause gemacht, wobei es wichtig ist, dass sich der Lernende komplett ablenkt und nichts tut, das mit dem gerade Erlerntem zu tun hat (z.B. kurze Fitnessübungen). Studien konnten zeigen, dass diese Kombination von Wiederholung und zeitlich festgelegten Pausen, zu langanhaltenden Verbindungen zwischen Neuronen im Gehirn führen kann und das Erlernte somit im Langzeitgedächtnis gespeichert wird. Diese Vorgänge geschehen innerhalb weniger Minuten und wurden bisher nicht nur beim Menschen beobachtet, sondern auch bei anderen Arten.

Natürlich ist es unvermeidlich, beim Lernen auch wieder etwas zu vergessen oder Fehler zu machen. Im Endeffekt gilt: Je häufiger wir die neuen Wörter verwenden, desto besser erinnern wir uns an sie.

Sylvia Chen & Katerina Kucera
Aus dem Englischen übersetzt von Katrin Bangel & Manu Schuetze

Weiterlesen?

Kelly P. & Whatson T. (2013). Making long-term memories in minutes: a spaced learning pattern from memory research in education. Frontiers of Human Neuroscience, 7, 589. (link)

About MPI

This is the MPI

The Max Planck Institute for Psycholinguistics is an institute of the German Max Planck Society. Our mission is to undertake basic research into the psychological,social and biological foundations of language. The goal is to understand how our minds and brains process language, how language interacts with other aspects of mind, and how we can learn languages of quite different types.

The institute is situated on the campus of the Radboud University. We participate in the Donders Institute for Brain, Cognition and Behaviour, and have particularly close ties to that institute's Centre for Cognitive Neuroimaging. We also participate in the Centre for Language Studies. A joint graduate school, the IMPRS in Language Sciences, links the Donders Institute, the CLS and the MPI.

 

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Dieses Projekt wurde von Katrien Segaert, Katerina Kucera und Judith Holler ins Leben gerufen.

Im Moment wird dieses Projekt koordiniert von:
Katerina Kucera
Sean Roberts
Agnieszka Konopka
Gwilym Lockwood
Connie de Vos

Ehemalige Mitglieder:
Joost Rommers
Mark Dingemanse