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Gibt es etwas, das Sie schon immer über Sprache wissen wollten? Vielleicht haben wir die Antwort! Forscher vom Max Planck Institut für Psycholinguistik beantworten hier Fragen über Sprache von Menschen, die selber keine Sprachforscher sind. Falls Sie auch eine Frage über Sprache haben, schicken Sie sie uns hier! MPI Forscher schreiben regelmäβig Antworten auf die uns zugesendeten Fragen und machen diese über die hiesige webpage einsehbar. Besuchen Sie uns wieder, um durch zukünftige Fragen und Antworten mehr über Sprache zu lernen.

Warum wird auf der Welt soviel Englisch gesprochen?

Im Vergleich zu den anderen Antworten auf dieser Seite, kann diese Frage beantwortet werden ohne auf Sprache an sich einzugehen. Englisch wird von vielen, auf Grund der Bedeutung des früheren britischen Weltreiches und des momentanen Einflusses amerikanischer Vorherrschaft in Politik und Wirtschaft, als Weltsprache angesehen.

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Image: Jurriaan Persyn

Es ist möglich, dies auch auf eine sprachwissenschaftliche Erklärung zurückzuführen. So könnte es sein, dass Englisch eine einfache Sprache ist, die ziemlich schnell gelernt werden kann. Im Englischen gibt es keine Artikel (wie z.B. 'der', 'die' oder 'das' im Deutschen), keine komplexe Wortbildung, es ist keine Tonsprache (wie z.B. Chinesisch) und es benutzt das lateinische Alphabet, welches einzelne Laute im Grunde durch jeweils exakte Symbole (oder Buchstaben) ausdrückt. Außerdem ist Englisch für viele Menschen leicht zugänglich und einfach zu üben, weil es so oft in Film, Fernsehen und Musik gebraucht wird. Auf der anderen Seite besitzt das Englische aber auch einen umfangreichen Wortschatz, sehr unbeständige Rechtschreibung und viele unregelmäßige Verben. Darüber hinaus gibt es schwierige Laute, wie z.B. „th“ und eine Vielzahl an Vokalen, die es schwierig machen, einzelne Worte zu unterscheiden (z.B. 'love' and 'laugh'). Diskussionen darüber, welche Sprachen einfach oder nur schwer zu erlernen sind, drehen sich aber meistens im Kreis, weil jeder Mensch anderer Meinung ist, was denn nun einfach oder schwer beim Lernen ist.

Dass Englisch Weltsprache ist, lässt sich auch historisch erklären. Das Vereinigte Königreich (Großbritannien, damals noch zusammen mit Irland) war eine der ersten Industrienationen. Dadurch konnte es aus entwicklungsschwachen Ländern schneller Kolonien machen als andere europäische Länder. Die Kolonien des britischen Weltreiches entsprachen zur Höchstzeit ungefähr dem Viertel der Erde: Nordamerika, die Karibik, Australien, Neuseeland, viele Länder in West- und Südafrika, Südasien und Teile von Südostasien. Das Vereinte Königreich errichtete englischsprachige Regierungen, Industrien und Produktionsstätten in diesen Gebieten, wodurch sich im Industriezeitalter Englisch als Sprache der globalen Macht etablierte. Das britische Weltreich verschwand zwar nach dem Zweiten Weltkrieg, aber dessen Bedeutung wurde im 20. Jahrhundert nur an eine weitere englischsprachige Großmacht übergeben. Die kulturelle, wirtschaftliche, politische und militärische Vorherrschaft der USA im 20. und 21. Jahrhundert führte dazu, dass Englisch weiterhin die wichtigste und einflussreichste Sprache ist. Als offizielle Sprache in der Geschäftswelt, Wissenschaft, Diplomatie, Kommunikation und IT, (Englisch wird von den meisten Internetseiten gebraucht) wird sich dies in Zukunft auch nicht so schnell ändern.

 Gwilym LockwoodKatrin Bangel
Übersetzt aus dem Englischen von Katrin Bangel & Manu Schuetze

About MPI

This is the MPI

The Max Planck Institute for Psycholinguistics is an institute of the German Max Planck Society. Our mission is to undertake basic research into the psychological,social and biological foundations of language. The goal is to understand how our minds and brains process language, how language interacts with other aspects of mind, and how we can learn languages of quite different types.

The institute is situated on the campus of the Radboud University. We participate in the Donders Institute for Brain, Cognition and Behaviour, and have particularly close ties to that institute's Centre for Cognitive Neuroimaging. We also participate in the Centre for Language Studies. A joint graduate school, the IMPRS in Language Sciences, links the Donders Institute, the CLS and the MPI.

 

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Dieses Projekt wurde von Katrien Segaert, Katerina Kucera und Judith Holler ins Leben gerufen.

Im Moment wird dieses Projekt koordiniert von:
Katerina Kucera
Sean Roberts
Agnieszka Konopka
Gwilym Lockwood
Connie de Vos

Ehemalige Mitglieder:
Joost Rommers
Mark Dingemanse