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Gibt es etwas, das Sie schon immer über Sprache wissen wollten? Vielleicht haben wir die Antwort! Forscher vom Max Planck Institut für Psycholinguistik beantworten hier Fragen über Sprache von Menschen, die selber keine Sprachforscher sind. Falls Sie auch eine Frage über Sprache haben, schicken Sie sie uns hier! MPI Forscher schreiben regelmäβig Antworten auf die uns zugesendeten Fragen und machen diese über die hiesige webpage einsehbar. Besuchen Sie uns wieder, um durch zukünftige Fragen und Antworten mehr über Sprache zu lernen.

Was ist der Unterschied zwischen Oberflächen- und Tiefenstruktur in der Sprache?

Die Begriffe Oberflächenstruktur und Tiefenstruktur beziehen sich auf verschiedene Ebenen die Informationen während der Sprachproduktion durchlaufen. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, Sie sehen einen Hund der einen Postboten jagt. Wenn Sie diese Information enkodieren, erstellen Sie eine Repräsentation die drei verschiedene Elemente beinhaltet: einen Hund, einen Postboten, und die Handlung jagen. Diese Informationen existieren im Geist des Sprechers als Tiefenstruktur. Wenn Sie diese Informationen sprachlich ausdrücken möchten, können Sie zum Beispiel einen Satz produzieren wie "Der Hund jagt den Postboten". Das ist die Oberflächenstruktur: Sie besteht aus den Wörtern und Klängen die durch einen Sprecher (oder Schreiber) produziert und durch einen Zuhörer (oder Leser) wahrgenommen werden. Um das selbe Ereignis zu beschreiben, könnten Sie stattdessen auch einen Satz produzieren wie "Der Postbote wird durch den Hund gejagt". In diesem Satz ist die Reihenfolge in der die zwei Charaktere genannt werden (die Oberflächenstruktur) anders als im ersten Satz, aber beide Sätze wurden von der selben Tiefenstruktur abgeleitet. Sprachwissenschaftler vermuten, dass man in der Satzbildung sogenannte Bewegungsoperationen durchführt die enkodierte Informationen aus der Tiefenstruktur in die Oberflächenstruktur umwandeln. Diese Bewegungsoperationen werden auch als sprachliche Regeln bezeichnet. Sprachliche Regeln sind Teil der Grammatik einer Sprache und sie müssen erlernt werden um grammatikalisch korrekte Sätze zu produzieren.

Chomsky

Image: Duncan Rawlinson

Es gibt Regeln für verschiedene Satztypen. Andere Beispiele für Regeln, oder Bewegungsoperationen zwischen Tiefen- und Oberflächenstrukturen, sind Deklarativsätze (Du hast einen Hund) und ihre korrespondierenden Interrogativsätze (Hast du einen Hund?). In diesem Fall beinhaltet die Bewegungsoperation das Vertauschen der ersten zwei Wörter des Satzes.

 by Gwilym Lockwood & Agnieszka Konopka
Aus dem Englischen übersetzt von Paul Hömke & Louise Schubotz

Vorschläge zum weiterführenden Lesen:

Chomsky, N. (1957). Syntactic Structures. Mouton.
Chomsky, N. (1965). Aspects of the Theory of Syntax. MIT Press.

About MPI

This is the MPI

The Max Planck Institute for Psycholinguistics is an institute of the German Max Planck Society. Our mission is to undertake basic research into the psychological,social and biological foundations of language. The goal is to understand how our minds and brains process language, how language interacts with other aspects of mind, and how we can learn languages of quite different types.

The institute is situated on the campus of the Radboud University. We participate in the Donders Institute for Brain, Cognition and Behaviour, and have particularly close ties to that institute's Centre for Cognitive Neuroimaging. We also participate in the Centre for Language Studies. A joint graduate school, the IMPRS in Language Sciences, links the Donders Institute, the CLS and the MPI.

 

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Dieses Projekt wurde von Katrien Segaert, Katerina Kucera und Judith Holler ins Leben gerufen.

Im Moment wird dieses Projekt koordiniert von:
Katerina Kucera
Sean Roberts
Agnieszka Konopka
Gwilym Lockwood
Connie de Vos

Ehemalige Mitglieder:
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Mark Dingemanse