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Gibt es etwas, das Sie schon immer über Sprache wissen wollten? Vielleicht haben wir die Antwort! Forscher vom Max Planck Institut für Psycholinguistik beantworten hier Fragen über Sprache von Menschen, die selber keine Sprachforscher sind. Falls Sie auch eine Frage über Sprache haben, schicken Sie sie uns hier! MPI Forscher schreiben regelmäβig Antworten auf die uns zugesendeten Fragen und machen diese über die hiesige webpage einsehbar. Besuchen Sie uns wieder, um durch zukünftige Fragen und Antworten mehr über Sprache zu lernen.

Wie bilden wir Sprachlaute?

Die Mehrheit aller Laute wird mithilfe eines Luftstromes gebildet, der von unseren Lungen durch Mund oder Nase wandert. Während die Luft durch den Mundraum wandert, verändern wir unsere Stimmbänder sowie die Form unseres Mundes.

7.11 p b f v

Um Konsonanten zu bilden, wird im Mundraum entweder eine Verengung gebildet oder der Mund wird ganz verschlossen. Um z.B.  'p' zu sagen, schließen sich unsere  Lippen komplett. Um ein 't' zu auszusprechen, ist es die Zunge, die den Mundraum verschließt und somit den Luftraum kurz stoppt. Es kann bei der Konsonantbildung aber auch eine sehr kleine Lücke frei bleiben, durch die  Luft strömen und dabei ein zischendes Geräusch machen kann. Beim Äußern eines ‘f’ z.B. bilden Lippen und Zähne diese kleine Lücke. Beim ‘s’ hingegen entsteht diese zwischen Zunge und Gaumen.

7.11 s z m

Darüber hinaus unterscheiden sich Konsonanten je nachdem wie wir unsere Stimmbänder gebrauchen. Wenn sie dicht zusammen sind und Luft durchströmt, fangen sie an zu vibrieren und es entsteht ein Summen. Sind sie weiter auseinander, bleiben sie still und vibrieren nicht. Selber können Sie diesen Unterschied sehr deutlich merken, wenn Sie ihren Kehlkopf berühren, während Sie 'zzzzz' und 'sssss' sagen. Können Sie fühlen wie die Stimmbänder bei 'zzzzz' vibrieren (man sagt auch, sie sind stimmhaft) und wie die Stimmbänder bei 'sssss' nicht vibrieren (stimmlose Vibration)?

Wenn wir Vokale bilden, ändern wir die Form unseres Mundes indem wir Zunge, Lippen und Kiefer bewegen. Dadurch verformt sich der Mundraum immer wieder und funktioniert im Grunde wie verschiedene akustische Filter, die das Geräusch jeweils verändern. Um 'ie' zu sagen, ruht unsere Zunge zum Beispiel ganz weit vorne im Mund und unsere Lippen sind gespreizt. Im Vergleich dazu liegt unsere Zunge wenn wir 'ö' sagen eher hinten und die Lippen sind gerundet. Und um 'aaa' zu sagen bewegen wir die Zunge noch weiter nach unten, senken den Kiefer und öffnen die Lippen ganz weit.

Darüber hinaus können Laute auch noch anders gebildet werden. Wenn der Luftstrom z.B. durch die Nase wandert, entsteht ein sogenannter nasaler Ton (das wäre dann ein 'm'). In einigen afrikanischen Sprachen bildet die Zunge sogar ein kleines Vakuum bevor sie sich mit einem knallenden Laut löst, wodurch sogenannte Klicklaute entstehen.

 Matthias Sjerps, Matthias Franken & Gwilym Lockwood
Aus dem Englischen übersetzt von Manu Schuetze & Katrin Bangel

Weiterlesen?

Hartwig Eckert & John Laver (1994). Menschen und ihre Stimmen. Weinheim: Beltz, ISBN 3-621-27203-8.

Jörg Meibauer u. a.(2002). Einführung in die germanistische Linguistik. Stuttgar: Metzler Verlag. (link)

Ladefoged, P. (1996). Elements of acoustic phonetics (second ed.) (link)

About MPI

This is the MPI

The Max Planck Institute for Psycholinguistics is an institute of the German Max Planck Society. Our mission is to undertake basic research into the psychological,social and biological foundations of language. The goal is to understand how our minds and brains process language, how language interacts with other aspects of mind, and how we can learn languages of quite different types.

The institute is situated on the campus of the Radboud University. We participate in the Donders Institute for Brain, Cognition and Behaviour, and have particularly close ties to that institute's Centre for Cognitive Neuroimaging. We also participate in the Centre for Language Studies. A joint graduate school, the IMPRS in Language Sciences, links the Donders Institute, the CLS and the MPI.

 

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Dieses Projekt wurde von Katrien Segaert, Katerina Kucera und Judith Holler ins Leben gerufen.

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